Agile Unternehmen als biologische Systeme

Momentan passiert viel in Unternehmen und in der Sicht der Welt. Es zeigt sich eine neue Bewusstseinsstufe, der Ken Wilber die Farbe Petrol gegeben hat. Und die Frederic Laloux als integrale evolutionäre Weltsicht bezeichnet. Auf dieser Stufe können sich Organisationen und Unternehmen neu erfinden und sich wirkungsvoller, seelenvoller und sinnvoller gestalten. Agile Unternehmen, die ersten erfolgreichen verstehen sich als lebendige Systeme.

Biologie trifft Wirtschaft: die Bewusstseins-Evolution kreiert neue Organisationen

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass sich die Menschheit immer in Sprüngen entwickelt hat. Und auf jeder Stufe, die Welt sich gewaltig veränderte. Folglich, da sich die neue evolutionäre Weltsicht gerade erst entwickelt. Können wir noch nicht sagen, wie diese Stufe die Welt verändern wird.

Kurzum, erste Indizien und Forschungen gibt es, wie Menschen den Sprung zu einer neue integralen Sichtweise durchlaufen können. Sie berichten, dass sich wieder einmal eine grundlegend neue Weltsicht eröffnet. Die radikale neue Möglichkeiten schafft.

agile Unternehmen als lebendige Systeme

Vier Kennzeichen für diese Weltsicht benennen sie:

  1. Die Welt ist ein Ort der individuellen und kollektiven Entfaltung: Alle Menschen sind aufgerufen, auf Entdeckungsreise zu ihrem wahren Selbst zu gehen und ihr einzigartiges Potential, ihre Talente zum Ausdruck zu bringen.
  2. Das Ego loslassen: Die Fähigkeit, auf die innere Stimme zu hören, kommt aus einer wichtigen psychologischen Entwicklung. Denn auf der integralen Stufe beginnen wir uns nicht mehr mit dem Ego zu identifizieren. Wir lernen unser Ego aus der Distanz zu betrachten.
  3. Die innere Stimme als Kompass: Auf der integralen evolutionären Stufe wechseln wir in unserer Entscheidungsfindung von äußeren zu inneren Maßstäben.
  4. Die Suche nach Ganzheit: Wir wollen mit anderen um uns herum und mit allen Formen des Lebens und der Natur verbunden sein.

Was könnte das für Organisationen / Unternehmen bedeuten?

Denn wenn Menschen diesen tiefgreifenden Perspektivenwechsel durchlaufen, lässt sich rückschließen, dass sie Organisationen ganz anders strukturieren und führen werden. Etwa wie agile Unternehmen?

Dies ist schon keine Spekulation mehr, dass es bereits Unternehmen gibt, die nach integralen evolutionären Prinzipien und Methoden handeln. Und wie sich die ersten erfolgreichen agilen Unternehmen verstehen, nämlich als lebendige Systeme.

Wir können lernen wie diese evolutionären Organisationen arbeiten. Es gibt bereits einige herausragende Erfolgsgeschichten.

Eine Besonderheit: es gibt kein Hierarchiesystem. Die Organisation wird wie ein lebendiges biologisches System betrachtet. Komplexe biologische Systeme organisieren sich selbst.

Das Ökosystem Wald zum Beispiel kommt ganz ohne Hierarchieebenen aus. Oder das menschliche Gehirn. 86 Milliarden Zellen ohne Leistungsgremium und ohne mittlere Führungsebene.

Unternehmen wie biologische Systeme zu gestalten ist hocheffektiv und effizient und vor allem agil. Diese Systeme sind hochanpassungsfähig und evolutionär.

Und damit genau die Organisationsformen die in der Zukunft erfolgreich sein werden.

Berliner Morgenpost
04-08-2019

„Lady Brain“ ist eine Wilmersdorferin

Gehirnexpertin Maria Hoffacker gewinnt beim doppelten Speaker Weltrekord den Excellence Award.

Wenn sie das Funkeln der Erkenntnis in den Augen ihrer Gegenüber sieht, fühlt sich Maria Hoffacker selbst auch glücklich. „Das ist wunderbar“, sagt die Wilmersdorferin. Ihr Enthusiasmus ist ansteckend.

Die promovierte Wissenschaftlerin hat Biologie, katholische Theologie und Pädagogik studiert, forscht aber schon lange in einem Bereich, der die drei Fächer kombiniert, „an der Synchronisation von Geist, Körper und Seele“, sagt sie. „Mich hat schon immer diese Blackbox des Unterbewusstseins interessiert. Ich wollte herausfinden, wie Menschen eigentlich funktionieren“, sagt sie.

So ist es für sie kein Tabu, Erkenntnisse moderner Hirnforschung mit altem theologischen oder pädagogischen Wissen zu verknüpfen. Glaube ist für Hoffacker eine der größten Triebfedern menschlichen Verhaltens. „Uns überrascht oft die Wirksamkeit von Placebo-Medikamenten, und wir wissen auch um Spontan-Heilungen, die bisher in die Kategorie Wunder gefallen sind, weil wir einfach noch zu wenig darüber wissen, welche chemischen Prozesse im Körper allein durch Denken ausgelöst werden“, sagt sie.
Erkenntnis als Mittel gegen Manipulation

Hoffacker ist selbst immer wieder neu gestartet und hat neue Herausforderungen angenommen: als Meeresbiologin, Umweltmanagerin und als Wissenschaftsredakteurin. Sie ist Mutter, Unternehmerin und aktuell Dozentin für Biologische Psychologie im Studiengang Psychologie an der Hochschule Fresenius in Berlin. Sie will aber nicht nur ihre Studenten davon überzeugen, wie man kraft der Hilfe seines Denkens mentale Fitness erlangen, und sich damit sogar auch gegen Krankheiten wie Demenz und Alzheimer wappnen kann. Hoffacker arbeitet als Coach mit Einzelpersonen und Gruppen, mit denen sie Strategien für ein besseres Leben entwickelt. „Mein Ziel ist, dass die Menschen, die sich von mir spiegeln lassen, ihr eigenes Verhalten erkennen, und es verändern. Wisse man, wie eine neurolinguistische Programmierung beispielsweise in der Werbung funktioniere, sei man weniger leicht manipulierbar.
Darmbakterien sorgen für inneres Nachrichtensystem

Ihr Credo: „Wie sollen wir die Herausforderungen der Zukunft meistern, ohne die kreative Software unseres Gehirns verstehen und richtig anwenden zu können?“ Hoffacker räumt aber ein, dass das Wissen um das, was einen Menschen wirklich steuert, noch in den Kinderschuhen steckt. „Wir machen uns gerade erst auf, diese Prozesse zu erforschen und zu verstehen“, sagt Hoffacker. „Es ist beeindruckend, wie wichtig beispielsweise unser Darmgehirn ist, wenn wir Entscheidungen treffen“, sagt sie. Mehr als 1,5 Kilogramm Bakterien sorgen in jedem Menschen für eine Art inneres Nachrichtensystem, das alle Informationen zum Kopfgehirn transportiert.“ Da werde mehr übermittelt als nur „Hunger“ oder „Durst“. Am Darm seien fünfmal so viele Nervenzellen angesiedelt wie im Rückenmark. „Wenn wir also davon reden, auf unser Bauchgefühl zu vertrauen, hat das einen guten Grund. Der Bauch weiß viel und fühlt viel und trifft damit gute Entscheidungen“, ist Hoffacker überzeugt.

Überzeugen ist inzwischen mehr als ein Steckenpferd für die Wissenschaftlerin. Maria Hoffacker ist nun nicht mehr nur Expertin für das Gehirn – Lady Brain – sondern auch Redner-Weltrekordlerin. 160 renommierte Redner aus 15 Ländern traten jüngst in Stuttgart gegeneinander bei der ersten Silent Speaker Battle an. Jeweils vier Redner sprachen gleichzeitig auf der Bühne. Die Zuhörer trugen Kopfhörer, konnten entscheiden, welchem Redner sie zuhören wollten, und stimmten am Ende über den besten „Speaker“ ab. Hoffacker begeisterte mit ihrer Rede über die menschlichen Gehirne und qualifiziere sich für den direkt darauffolgenden Internationalen Speaker-Slam, zu dem 66 internationale Redner genau fünf Minuten Zeit hatten, um Jury und Publikum für ihr Thema zu gewinnen. Hoffacker überzeugte mit ihrer Rede über die Möglichkeiten schnelle und vor allem richtige Entscheidungen zu treffen und wurde mit dem Excellence Award ausgezeichnet.

Im August wartet auf Maria Hoffacker die nächste Mission, die Welt von dem zu begeistern, was im Körper der Menschen so vor sich geht: Dann wird sie in New York bei einem weiteren Internationalen Speaker-Slam antreten.