Was ist Neuroscience und wie kann die sogenannte Neurowissenschaft angewendet werden?

Entscheidungen über Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftslösungen basieren selten nur auf klaren Fakten. Heute wissen wir, dass viele andere Faktoren das menschliche Handeln auf subtile Weise beeinflussen. Diese herauszufinden ist unter anderem Gegenstand der Neuroscience.

Welchen praktischen Nutzen hat Neuroscience für Unternehmen?

Neuroscience

Alle Einflussfaktoren für unser Handeln und für unsere Entscheidungen zu kennen,. Denn das hat ungeahnte Vorteile. Was man kennt und bei sich selbst entschlüsseln kann. Lässt sich auch gezielt nutzen. Das bietet zahlreiche neue Möglichkeiten.

Insofern hat Neuroscience einen direkten Nutzen für den einzelnen Menschen. Folglich auch für Unternehmer und für das Geschäftsleben von Unternehmen.
Kurzum, durch den gezielten Einsatz neuer Forschungs- und Analysemethoden kann zum Beispiel das “Deloitte Institute of Neuroscience” das Verhalten von Menschen unbewusst beeinflussen. Folglich, was die Geschäftsentscheidungen des Unternehmens vollständig verändern kann.

Der Mensch könnte ein rein rational handelndes Wesen sein. Doch das wäre zu toll um wahr zu sein. Dann sind viele Entscheidungen leicht auf der Grundlage von Fakten getroffen. Da die Reaktionen anderer ebenfalls weitgehend vorhersehbar sind. Die Fakten sind jedoch unterschiedlich. Selbst das genaue Subjekt Homo oeconomicus vieler Wirtschaftsmodelle führt uns oft in die Irre.

Auch wenn wir möchten, dass die Teilnehmenden im Wirtschaftsleben Entscheidungen weise und ausgewogen treffen. Ist dies niemals der Fall. Tatsächlich sind alle Marktteilnehmer weitgehend von emotionalen und unbewussten Prozessen im Gehirn betroffen.

Die Erkenntnisse und Methoden der neurowissenschaftlichen Forschung können genutzt werden. Um die Bedeutung dieser Faktoren für die Entscheidungsfindung besser zu verstehen. Und relevante Maßnahmen für Unternehmen zu formulieren. Einfach ausgedrückt können die Erkenntnisse dieser neuesten Technologien über den unbewussten Prozess wie folgt zusammengefasst werden. Wir kennen Ihre Entscheidung bereits!

Der wissenschaftliche Blick ins Unbewusste

International ist die Neurowissenschaft eine der am schnellsten wachsenden Disziplinen in der Geschichte der Wissenschaft. Ende des 19. Jahrhunderts wurde bei der Untersuchung der Anatomie des Gehirns eine aussagekräftige Beobachtung gemacht. Gehirnzellen scheinen Informationen durch ihre elektrische Aktivität zu kodieren. Wissenschaftler konnten erstmals im frühen 20. Jahrhundert die elektrische Aktivität des menschlichen Gehirns nachweisen. Indem sie Elektroden am EEG auf der Kopfhaut platzierten.

Im Grunde genommen bieten heute rund 20 Universitäten in Deutschland neurowissenschaftliche Kurse an. Kurzum, es wird normalerweise mit einem Master-Abschluss erworben. Und endet gewöhnlich mit einem Bachelor of Science. Fast alle neurowissenschaftlichen Kurse konzentrieren sich auf Medizin und Biologie. Kurzum, umfassen aber auch Psychologie, Mathematik, Physik, Chemie und Informatik. Der Schwerpunkt der neurowissenschaftlichen Forschung variiert von Universität zu Universität.

Gleichzeitig zeigen einige universitäre Forschungskurse die Relevanz der Gehirn- und Bewusstseinsforschung. An diesen Universitäten können praktizierende Ärzte Neurowissenschaften studieren.

Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Neurowissenschaften zur Grundlage der Wirtschaftsforschung werden. Insbesondere die Kombination verschiedener neurowissenschaftlicher Analysemethoden bietet die Möglichkeit. Unbewusstes Verhalten in einem wirtschaftlichen Umfeld zu untersuchen. Kurzum, die digitale Transformation der deutschen Wirtschaft bietet nun mehr Möglichkeiten für den Wissenserwerb.

Wie können Unternehmen von der Neurowissenschaft profitieren?

Heute wissen wir, dass nur etwa 10 Prozent der Entscheidungen auf bewussten Prozessen in unserem Gehirn beruhen. Und 90 Prozent sind unbewusst getroffen. Bevor wir es überhaupt bemerken, nimmt das Gehirn Informationen aus der Umgebung, bestimmt ihre Bedeutung und vergleicht sie mit den Erwartungen.

Unternehmen profitieren von Neuroscience

Nur so wird es reagieren. Neurowissenschaftliche Methoden können einen großen Teil dieser unbewussten Prozesse im Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozess sichtbar machen. Und die Gehirnaktivität mit den zugrunde liegenden Denkprozessen verbinden. Moderne Verfahren und Methoden der Neuroscience können so Unternehmen dabei helfen. Reaktionen von Mitarbeitern und Kunden, die unbewusst stattfinden, zu messen, zu visualisieren und zu quantifizieren.

Kurzum, die erhaltenen Informationen enthalten Informationen zu Verhalten und Emotionen, z. B. Informationen zu Kaufmotivation, Markentreue, Kommunikationserfolg. Außerdem vielen anderen unternehmensbezogenen Faktoren. Folglich, im Vergleich zur traditionellen Marktforschung können die Faktoren, die die Untersuchung beeinflussen, ausgeschlossen werden.

Die wichtigsten Verfahren der Neurowissenschaft

Elektronenzephalographie

Kurzum, das EEG wird traditionell in der medizinischen und neuropsychologischen Forschung eingesetzt. Dementsprechend misst es Spannungsschwankungen auf der Kopfhaut. Die durch elektrische Aktivität im Gehirn verursacht werden.

Kurz gesagt, durch physiologische Prozessen werden diese Schwankungen in einer einzelnen Gehirnzelle oder einem neuronalen Netzwerk als Reaktion auf Prozesse, die intern stattfinden (wie Änderungen der Aufmerksamkeit). Und externe Reize (wie Bilder, Videos oder Text) ausgelöst.

Eye-Tracking

Vielmehr zeichnet sich hier die Kamera die Reflexion der Infrarotlichtquelle auf der Hornhaut auf. Der entsprechende visuelle Fokus kann aus der Route und der Dauer des Blicks abgeleitet werden. Die sogenannte Heatmap zeigt die statistische Akkumulation des visuellen Fokus mehrerer Personen.

Darüber hinaus liefert der Durchmesser für Pupillen Informationen über den emotionalen Zustand der Testperson. Diese Methode wird weniger verwendet. Kurzum, da sich die Lichtverhältnisse häufig ändern.

Facial Coding

Denn Technisch gesehen, basiert die Methode zur Messung von Gesichtsausdrücken zur Identifizierung emotionaler Reaktionen auf einer Kombination aus Bilderkennung. Kurzum, dem maschinellen Lernen und Deep-Learning-Algorithmen. Durch Gesichtscodierung können kleine Veränderungen des Gesichtsausdrucks identifiziert und erklärt werden. Die für das bloße Auge normalerweise unsichtbar sind.

Was ist Nature Neuroscience?

Nature Neuroscience ist eine Fachzeitschrift von der Nature Publishing Group herausgegeben wird. Kurzum, seit dem Jahre 2000 erscheint diese Zeitschrift. Zahlreiche Publikationen erscheinen immer monatlich zwölf Ausgaben por Jahr. Folglich geht es um Artikel aus allen Bereichen der Neurowissenschaften.

Berliner Morgenpost
04-08-2019

„Lady Brain“ ist eine Wilmersdorferin

Gehirnexpertin Maria Hoffacker gewinnt beim doppelten Speaker Weltrekord den Excellence Award.

Wenn sie das Funkeln der Erkenntnis in den Augen ihrer Gegenüber sieht, fühlt sich Maria Hoffacker selbst auch glücklich. „Das ist wunderbar“, sagt die Wilmersdorferin. Ihr Enthusiasmus ist ansteckend.

Die promovierte Wissenschaftlerin hat Biologie, katholische Theologie und Pädagogik studiert, forscht aber schon lange in einem Bereich, der die drei Fächer kombiniert, „an der Synchronisation von Geist, Körper und Seele“, sagt sie. „Mich hat schon immer diese Blackbox des Unterbewusstseins interessiert. Ich wollte herausfinden, wie Menschen eigentlich funktionieren“, sagt sie.

So ist es für sie kein Tabu, Erkenntnisse moderner Hirnforschung mit altem theologischen oder pädagogischen Wissen zu verknüpfen. Glaube ist für Hoffacker eine der größten Triebfedern menschlichen Verhaltens. „Uns überrascht oft die Wirksamkeit von Placebo-Medikamenten, und wir wissen auch um Spontan-Heilungen, die bisher in die Kategorie Wunder gefallen sind, weil wir einfach noch zu wenig darüber wissen, welche chemischen Prozesse im Körper allein durch Denken ausgelöst werden“, sagt sie.
Erkenntnis als Mittel gegen Manipulation

Hoffacker ist selbst immer wieder neu gestartet und hat neue Herausforderungen angenommen: als Meeresbiologin, Umweltmanagerin und als Wissenschaftsredakteurin. Sie ist Mutter, Unternehmerin und aktuell Dozentin für Biologische Psychologie im Studiengang Psychologie an der Hochschule Fresenius in Berlin. Sie will aber nicht nur ihre Studenten davon überzeugen, wie man kraft der Hilfe seines Denkens mentale Fitness erlangen, und sich damit sogar auch gegen Krankheiten wie Demenz und Alzheimer wappnen kann. Hoffacker arbeitet als Coach mit Einzelpersonen und Gruppen, mit denen sie Strategien für ein besseres Leben entwickelt. „Mein Ziel ist, dass die Menschen, die sich von mir spiegeln lassen, ihr eigenes Verhalten erkennen, und es verändern. Wisse man, wie eine neurolinguistische Programmierung beispielsweise in der Werbung funktioniere, sei man weniger leicht manipulierbar.
Darmbakterien sorgen für inneres Nachrichtensystem

Ihr Credo: „Wie sollen wir die Herausforderungen der Zukunft meistern, ohne die kreative Software unseres Gehirns verstehen und richtig anwenden zu können?“ Hoffacker räumt aber ein, dass das Wissen um das, was einen Menschen wirklich steuert, noch in den Kinderschuhen steckt. „Wir machen uns gerade erst auf, diese Prozesse zu erforschen und zu verstehen“, sagt Hoffacker. „Es ist beeindruckend, wie wichtig beispielsweise unser Darmgehirn ist, wenn wir Entscheidungen treffen“, sagt sie. Mehr als 1,5 Kilogramm Bakterien sorgen in jedem Menschen für eine Art inneres Nachrichtensystem, das alle Informationen zum Kopfgehirn transportiert.“ Da werde mehr übermittelt als nur „Hunger“ oder „Durst“. Am Darm seien fünfmal so viele Nervenzellen angesiedelt wie im Rückenmark. „Wenn wir also davon reden, auf unser Bauchgefühl zu vertrauen, hat das einen guten Grund. Der Bauch weiß viel und fühlt viel und trifft damit gute Entscheidungen“, ist Hoffacker überzeugt.

Überzeugen ist inzwischen mehr als ein Steckenpferd für die Wissenschaftlerin. Maria Hoffacker ist nun nicht mehr nur Expertin für das Gehirn – Lady Brain – sondern auch Redner-Weltrekordlerin. 160 renommierte Redner aus 15 Ländern traten jüngst in Stuttgart gegeneinander bei der ersten Silent Speaker Battle an. Jeweils vier Redner sprachen gleichzeitig auf der Bühne. Die Zuhörer trugen Kopfhörer, konnten entscheiden, welchem Redner sie zuhören wollten, und stimmten am Ende über den besten „Speaker“ ab. Hoffacker begeisterte mit ihrer Rede über die menschlichen Gehirne und qualifiziere sich für den direkt darauffolgenden Internationalen Speaker-Slam, zu dem 66 internationale Redner genau fünf Minuten Zeit hatten, um Jury und Publikum für ihr Thema zu gewinnen. Hoffacker überzeugte mit ihrer Rede über die Möglichkeiten schnelle und vor allem richtige Entscheidungen zu treffen und wurde mit dem Excellence Award ausgezeichnet.

Im August wartet auf Maria Hoffacker die nächste Mission, die Welt von dem zu begeistern, was im Körper der Menschen so vor sich geht: Dann wird sie in New York bei einem weiteren Internationalen Speaker-Slam antreten.